Rund 1.000 Menschen setzten ein Zeichen gegen rechte Hetze im Rhein-Sieg-Kreis

IMG_6813kKlare Verhältnisse herrschten auf dem Siegburger Marktplatz: Während nur ca. 150 teils weit angereiste Menschen dem Aufruf der „AfD“ nachkamen, setzten rund 1000 Bürgerinnen und Bürger aus dem Rhein-Sieg-Kreis ein deutliches Zeichen für Menschlichkeit, Vielfalt und Solidarität. Das neu gegründete Bündnis „Bunter Rhein-Sieg-Kreis“ war von Jusos, Grüner Jugend, Jungen Liberalen, SPD und Grünen ins Leben gerufen worden und hatte zur friedlichen Gegenkundgebung gegen den Aufmarsch der „AfD“ Rhein-Sieg aufgerufen. Dem Bündnis schlossen sich auch der DGB, die AWO, der SKM, die Kirchen und weitere Parteien wie CDU, FDP und Piratenpartei sowie Flüchtlingsinitiativen an.

Auf der Bühne bot das Bündnis ein buntes Programm aus Ansprachen und Live-Musik. Auch der PoetrySlammer „No Limit“ steuerte einen seiner Texte zum kulturellen Teil des Programms bei. Den politischen Teil eröffnete Siegburgs Bürgermeister Franz Huhn (CDU), der sich bei den zahlreichen Helfern bedankte, die bei der Versorgung von Flüchtlingen anpackten. Der Bürgermeister wehrte sich gegen die „würdelose Propaganda“ der „AfD“ und verwies darauf, dass die Nationalfarben nicht für „dumpfe Ab- und Ausgrenzung“ stünden. Der Juso-Kreisvorsitzende Mario Dahm forderte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf, den Mund aufzumachen gegen Rassismus und Hetze. „Diffuse Ängste und Hass sind eben kein politisches Konzept und daher ist die selbsternannte ‘AfD‘ auch keine Alternative“, so der Juso-Vorsitzende.

Extra aus Berlin angereist war Volker Beck, der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion. „Die AfD steht nicht für unsere kulturelle Tradition und nicht für die Zukunft unseres Landes“, so der Abgeordnete. Wie die anderen Redner betonte auch der Landtagsabgeordnete Dirk Schlömer (SPD), dass es nicht darum ginge, Probleme kleinzureden. Aber auf dem Rücken schutzsuchender Menschen dürfe niemand mit perfider Rhetorik seine rechtspopulistische Propaganda betreiben. „Hier stehen über 1000 Menschen von heute gegen 100 Ewiggestrige“, sagte Schlömer unter Applaus der Menge. Imke Geske von der Grünen Jugend erinnerte daran, dass man bereits vor Jahren auf die rechten Tendenzen in der „AfD“ aufmerksam gemacht habe. „Es freut uns umso mehr, dass sich nun ein breites Bündnis aus Parteien, Jugendorganisationen, Gewerkschaften und Kirchen gegen diese rechte Ideologie stellt und ein starkes Zeichen setzt“, so die Sprecherin der Grünen Jugend.

Im Anschluss an die Reden sorgten die Bands „Jack&Joe+Maximus“ und „Die Lillis“ solange mit ihrer Musik für gute Stimmung, bis der letzte „AfD“-Sympathisant den Marktplatz geräumt hatte. Die Polizei sicherte die Kundgebungen mit einem großen Aufgebot. Alles blieb friedlich, sodass Siegburg an diesem Abend ein starkes Zeichen für einen bunten Rhein-Sieg-Kreis setzte.

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